Ratgeber · Aktualisiert am 4. November 2026 · 5 Min. Lesezeit
Ist Starling Bank sicher? FSCS-Schutz, die FCA-Geldbuße und Starlings Schutz vor Betrug
Starling ist eine britische Bank mit FSCS-Schutz bis 120.000 £. Was abgedeckt ist, worum es bei der FCA-Geldbuße von 29 Mio. £ ging und wie Starling vor Betrug schützt.
Kurz gesagt: Starling Bank ist eine voll zugelassene britische Bank. Einlagen auf Ihren Starling-Konten sind deshalb über den Financial Services Compensation Scheme (FSCS) bis 120.000 £ pro Person geschützt. Unabhängig davon verhängte die Financial Conduct Authority (FCA) im Oktober 2024 eine Geldbuße von fast 29 Mio. £ wegen schwacher Kontrollen gegen Finanzkriminalität. Am Einlagenschutz ändert das nichts.
Wer Ihr Geld verwahrt
Ihr Konto führt die Starling Bank Limited (Handelsname Starling), eine in England und Wales unter der Nummer 09092149 eingetragene Gesellschaft. Ihr Sitz ist im London Fruit and Wool Exchange, 1 Duval Square, London E1 6PW. Sie ist von der Prudential Regulation Authority (PRA) zugelassen und wird von der FCA und der PRA beaufsichtigt, Registernummer 730166.
Da Starling eine Bank und kein E-Geld-Institut ist, gilt Ihr Guthaben als Einlage. Genau deshalb fällt es unter die britische Einlagensicherung, den FSCS.
So funktioniert der FSCS-Schutz bei Starling
Die Bank of England bestätigte, dass die FSCS-Grenze am 1. Dezember 2025 von 85.000 £ (seit 2017) auf 120.000 £ gestiegen ist. Das FSCS-Informationsblatt von Starling erklärt, was das für Kundinnen und Kunden bedeutet:
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Grenze | 120.000 £ pro Einleger und Bank |
| Gemeinschaftskonto | Jeder berechtigte Inhaber ist bis 120.000 £ geschützt, bei zwei Inhabern also bis 240.000 £ |
| Geschäftskonto | Gilt als ein einziger Einleger: 120.000 £ |
| Vorübergehend hohe Guthaben | Können nach bestimmten Lebensereignissen sechs Monate lang über 120.000 £ hinaus geschützt sein |
| Auszahlung | Der FSCS erstattet Einlagen „in der Regel innerhalb von sieben Geschäftstagen“ |
Gut zu wissen:
- Alle Ihre geschützten Einlagen bei Starling werden zusammengerechnet. Starlings eigenes Beispiel: 80.000 £ auf einem Sparkonto plus 50.000 £ auf einem Girokonto ergeben 130.000 £; der FSCS würde 120.000 £ zahlen, 10.000 £ könnten verloren gehen.
- Girokonto und Easy Saver liegen bei derselben Bank und teilen sich daher eine Grenze von 120.000 £.
- Vorübergehend hohe Guthaben betreffen etwa den Kauf oder Verkauf Ihres Hauptwohnsitzes, einen Todesfall, Heirat, Scheidung, Kündigung und bestimmte Entschädigungen. Laut Bank of England stieg diese Grenze am 1. Dezember 2025 von 1 Mio. £ auf 1,4 Mio. £.
- Manche Einleger sind ausgeschlossen, zum Beispiel Finanzinstitute, die meisten öffentlichen Stellen sowie Einlagen, die mit einer Verurteilung wegen Geldwäsche zusammenhängen.
Unser Ratgeber Ist mein Geld bei einer Neobank sicher? erklärt, wie sich der Schutz bei Banken und E-Geld-Anbietern unterscheidet.
Die FCA-Geldbuße: was passiert ist
Am 2. Oktober 2024 verhängte die FCA gegen Starling eine Geldbuße von 28.959.426 £. Laut Mitteilung der FCA gab es zwei Hauptprobleme:
| Thema | Feststellung der FCA |
|---|---|
| Hochrisikokunden | Nach einer FCA-Prüfung 2021 sagte Starling zu, keine neuen Konten für Hochrisikokunden zu eröffnen, bis sich die Kontrollen verbessert hatten. Zwischen September 2021 und November 2023 eröffnete Starling dennoch über 54.000 Konten für 49.000 Hochrisikokunden |
| Sanktionsprüfung | Seit 2017 glich Starlings automatisches System Kunden nur mit einem Bruchteil der vollständigen Liste sanktionierter Personen ab. Starling bemerkte dies im Januar 2023 |
Die FCA erklärte, Starlings Kontrollen hätten mit dem Wachstum nicht Schritt gehalten: von rund 43.000 Kunden 2017 auf 3,6 Millionen 2023. Therese Chambers, Joint Executive Director für Enforcement und Marktaufsicht bei der FCA, nannte die Sanktionsprüfung „shockingly lax“ (erschreckend nachlässig). Starling stimmte einer Einigung zu und erhielt 30 % Nachlass; ohne ihn hätte die Geldbuße 40.959.426 £ betragen.
Laut FCA hat Starling Programme aufgesetzt, um die Verstöße zu beheben und seine Kontrollen gegen Finanzkriminalität insgesamt zu stärken, mehrere mögliche Sanktionsverstöße an die zuständigen Behörden gemeldet und steht weiter unter Aufsicht der FCA.
Was das für Sie bedeutet
Die Geldbuße betraf die Art, wie Starling Kunden prüfte und Zahlungen abglich. Am FSCS-Schutz ändert sie nichts: Geschützte Einlagen sind weiterhin bis 120.000 £ abgesichert. In der Praxis können Banken, die ihre Kontrollen verschärfen, nach der Herkunft von Geld fragen oder ein Konto während einer Prüfung vorübergehend sperren. Bewahren Sie Rechnungen, Gehaltsabrechnungen oder Kaufbelege für größere Zahlungen auf und lesen Sie unseren Ratgeber Neobank-Konto gesperrt oder gekündigt: was tun?
Monzo erhielt 2025 eine Geldbuße wegen ähnlicher Mängel; unser Ratgeber Ist Monzo sicher? beschreibt diesen Fall.
Wie Starling Sie vor Betrug schützt
Auf seinen Seiten zu Betrug und Sicherheit nennt Starling diese Werkzeuge:
- Call status: Dieses am 31. Oktober 2024 eingeführte Banner auf dem Startbildschirm und im Zahlungsbildschirm der App zeigt, ob Starling Sie gerade wirklich anruft. Steht dort, dass Starling Sie nicht anruft, legen Sie auf und wählen Sie die 159.
- Video-Identifizierung bei der Kontoeröffnung, biometrische Anmeldung und ein Code, mit dem sich die App sperren lässt.
- Echtzeit-Benachrichtigungen bei Zahlungen, Confirmation of Payee (Empfängerprüfung) bei neuen Empfängern und 3D Secure beim Online-Einkauf.
- Kartensteuerung in der App: Karte sofort sperren und entsperren sowie Online-Zahlungen, kontaktloses Bezahlen, Chip und PIN, Abhebungen am Geldautomaten oder Zahlungen per Mobile Wallet abschalten.
Starling sagt, es werde Sie nie bitten, Zahlungen zu tätigen oder freizugeben, um „Ihr Konto zu schützen“, bei einer Ermittlung zu helfen, PINs oder Passwörter preiszugeben oder eine Zahlung auf ein neues „sicheres Konto“ zu autorisieren. Außerdem rufe Starling Sie wegen Betrugs nicht an und schreibe keine SMS, ohne Ihnen zuerst in der App eine Nachricht zu senden. Wer so etwas verlangt, ist ein Betrüger.
Wenn Sie zu einer Überweisung verleitet wurden
Der FSCS zahlt, wenn eine Bank ausfällt, nicht wenn Sie betrogen werden. Für Betrug gelten eigene Regeln: Seit dem 7. Oktober 2024 müssen britische Zahlungsdienstleister Opfern von Authorised-Push-Payment-Betrug (APP) bei Faster Payments bis 85.000 £ pro Fall erstatten, nach Regeln des Payment Systems Regulator (PSR). Die Bank of England legte für CHAPS dieselbe Grenze fest. Melden Sie einen Betrug Starling in der App, sobald Sie ihn bemerken.
So prüfen Sie selbst
- Suchen Sie die Registernummer 730166 im Financial Services Register der FCA.
- Halten Sie Ihre geschützten Einlagen bei Starling unter 120.000 £, wenn sie vollständig abgesichert sein sollen, und rechnen Sie Giro- und Sparkonto zusammen.
- Prüfen Sie das Call-status-Banner, bevor Sie auf einen Anruf reagieren, der angeblich von Starling kommt.
Fazit
Für das tägliche Geld bietet Starling denselben FSCS-Schutz wie jede britische Bank. Die Geldbuße von 2024 betraf Kontrollen gegen Finanzkriminalität zwischen 2017 und 2023, nicht die Sicherheit der Kundeneinlagen.
Sehen Sie sich das vollständige Profil von Starling an, lesen Sie Starling Bank erklärt zu Gebühren und Funktionen oder vergleichen Sie britische Anbieter in unserer Vergleichstabelle für Großbritannien.
Quellen
- Starling Bank: Financial Services Compensation Scheme information sheet
- Starling Bank: FSCS information sheet 2026 (PDF)
- Starling Bank: Corporate information
- Bank of England: PRA confirms FSCS deposit limit to be increased to £120,000 from 1 December
- FCA: FCA fines Starling Bank £29m for failings in their financial crime systems and controls
- Mishcon de Reya: Starling Bank fined £29m for financial crime failings
- Starling Bank: Protecting you from fraud and scams
- Starling Bank: Starling launches in-app tool to combat bank impersonation
- Starling Bank: Card security controls
- PSR: PS24/7 APP scams reimbursement, confirming the maximum level
Preise und Funktionen geprüft am 2026-11-04.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Finanzberatung. Gebühren, Funktionen und Verfügbarkeit ändern sich. Prüfen Sie daher vor der Kontoeröffnung die Website des Anbieters. Lesen Sie, wie wir Anbieter vergleichen, und unseren Hinweis zu Partnerlinks.
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