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Ratgeber · Aktualisiert am 4. November 2026 · 5 Min. Lesezeit

Auslandsgebühren mit der Karte vermeiden: DCC, Geldautomaten und Wochenendkurse in Europa

Warum Sie in Landeswährung zahlen sollten, wie Geldautomaten- und Wochenendgebühren funktionieren und was Revolut, N26, Monzo und Starling im Ausland verlangen.

Am einfachsten sparen Sie im Ausland, wenn Sie immer in der Landeswährung bezahlen und Geld abheben und eine Karte nutzen, die selbst keine Auslandseinsatzgebühr berechnet. Danach bleiben vor allem die Freibeträge am Geldautomaten, Gebühren des Automatenbetreibers und bei manchen Anbietern ein Aufschlag auf Umtausche am Wochenende.

Welche Gebühren im Ausland anfallen können

Wenn Sie Ihre Karte außerhalb Ihrer Heimatwährung einsetzen, können bis zu vier verschiedene Kosten entstehen:

GebührWer sie festlegtSo halten Sie sie gering
Währungsumrechnung an der Kasse oder am Automaten (Dynamic Currency Conversion)Händler, Automatenbetreiber oder deren ZahlungsdienstleisterLandeswährung wählen
Auslandseinsatz- oder UmrechnungsgebührIhr KartenanbieterKarte ohne Zusatzgebühr für Fremdwährungen nutzen
Abhebegebühr Ihres AnbietersIhr KartenanbieterIm kostenlosen Rahmen Ihres Tarifs bleiben
Gebühr des AutomatenbetreibersEigentümer des GerätsWenn möglich Automaten ohne Gebühr nutzen

Die erste lässt sich am leichtesten vermeiden und ist oft die teuerste, weil Händler oder Automat den Wechselkurs bestimmen.

Wählen Sie immer die Landeswährung

Kartenterminals und Geldautomaten im Ausland fragen oft, ob Sie in Ihrer Heimatwährung zahlen möchten, etwa in Pfund statt in Euro. Das nennt sich Dynamic Currency Conversion (DCC). Stimmen Sie zu, rechnet der Händler oder Automatenbetreiber zu einem selbst gewählten Kurs um. Starling warnt in seinen Reisetipps, dass Sie dann den vom Händler bestimmten Kurs bekommen, der wahrscheinlich ungünstiger ist, und rät, den optionalen Umrechnungskurs des Automaten abzulehnen. Revolut rät ebenso, an der Kasse immer die Landeswährung zu wählen.

Wählen Sie die Landeswährung, übernimmt Ihr eigener Kartenanbieter die Umrechnung zu dem Kurs und den Gebühren aus Ihren Kontobedingungen.

Was die EU-Regeln verlangen

Die Verordnung (EU) 2019/518 hat in der EU Transparenzregeln für Währungsumrechnungen eingeführt:

  • Bietet ein Geldautomat oder Kartenterminal eine Umrechnung an, muss er vor der Zahlung den Betrag in Landeswährung und in Ihrer Kontowährung anzeigen und darauf hinweisen, dass Sie in Landeswährung zahlen und Ihren eigenen Anbieter umrechnen lassen können.
  • Umrechnungsentgelte müssen als prozentualer Aufschlag auf die aktuellen Euro-Referenzkurse der Europäischen Zentralbank angegeben werden.
  • Bei Kartenzahlungen und Abhebungen in einer anderen EU-Währung muss ein Kartenanbieter aus der EU Ihnen eine elektronische Nachricht mit diesem Aufschlag schicken (höchstens einmal pro Monat und Währung); Sie können diese Nachrichten abbestellen. Diese Regeln gelten seit dem 19. April 2020 bzw. dem 19. April 2021.

Innerhalb des Euroraums dürfen grenzüberschreitende Zahlungen in Euro nicht mehr kosten als inländische. Das EU-Portal Your Europe fasst es so zusammen: Sie sollten dieselben Transaktionsentgelte zahlen, als würden Sie Ihre Karte zu Hause einsetzen. Einen einheitlichen Preis für den Währungsumtausch legt die EU aber nicht fest; das bleibt eine geschäftliche Entscheidung des jeweiligen Anbieters.

Was die Neobanken auf unserer Seite im Ausland verlangen

Die Gebühren hängen vom Anbieter, vom Tarif und vom Land Ihres Kontos ab. Diese Zahlen veröffentlichen die Anbieter für ihren kostenlosen Tarif:

AnbieterKartenzahlungen in FremdwährungBargeldabhebungen
Starling (UK)Keine Starling-Gebühr; Mastercard-KursKeine Starling-Gebühr; bis 300 £ pro Tag
Monzo (UK)Keine Monzo-Gebühr; Mastercard-Kurs ohne AufschlagUK und EWR: 400 £ pro 30 Tage, wenn Monzo nicht Ihre Hauptbank ist, unbegrenzt, wenn doch; außerhalb des EWR: 200 £. Danach 3 %
N26 (Euroraum)Keine N26-Gebühr in allen Tarifen; Mastercard-KursStandard: 1,7 % bei Abhebungen in anderen Währungen als Euro; kostenlos mit Go und Metal
Revolut (Revolut Bank UAB, Standard)Werktags keine Gebühr bis 1.000 € Umtausch pro Monat, danach 1 %; am Wochenende 1 %5 Abhebungen oder 230 € pro rollierendem Monat, je nachdem, was zuerst erreicht ist, danach 2 % (mindestens 1 €)

Einige Details sind wichtig:

  • Umtausch am Wochenende. Das Standard-Gebührenverzeichnis von Revolut sieht 1 % Gebühr auf Umtausche zwischen Freitag 17 Uhr und Sonntag 18 Uhr New Yorker Zeit vor. Auch Kartenzahlungen, die in dieser Zeit umgerechnet werden, zählen dazu. Laden Sie Ihr Fremdwährungsguthaben also möglichst an einem Werktag auf.
  • Gebühren des Automatenbetreibers kommen hinzu. Monzo und Starling weisen darauf hin, dass manche Automaten eigene Gebühren verlangen, die Ihr Anbieter weder erhält noch beeinflusst. Der Automat muss sie anzeigen, bevor Sie bestätigen.
  • Monatliche Freibeträge laufen rollierend. Der 30-Tage-Zeitraum bei Monzo beginnt mit Ihrer ersten Abhebung, nicht am Monatsersten; auch der Standard-Freibetrag bei Revolut gilt pro rollierendem Monat.
  • Bezahltarife erhöhen die Grenzen. Bei Monzo Perks und Max steigt das gebührenfreie Bargeld außerhalb des EWR auf 600 £, bei N26 Go und Metal entfällt die Gebühr für Abhebungen in Fremdwährung. Prüfen Sie, ob Sie den höheren Freibetrag wirklich nutzen würden, bevor Sie dafür zahlen.

Die Gebührenbedingungen von Revolut unterscheiden sich je nach Land und Gesellschaft. Prüfen Sie deshalb vor der Reise in der App die Gebührenseite für Ihr Land. Alle Anbieter nach Land vergleichen Sie auf unserer Vergleichsseite; die Konten in Großbritannien finden Sie unter /de/?country=GB.

Checkliste vor der Reise

  1. Prüfen Sie die Regeln Ihres Tarifs für Zahlungen und Bargeld im Ausland und notieren Sie den monatlichen Freibetrag.
  2. Wählen Sie an der Kasse und am Automaten immer die Landeswährung; zeigt der Bildschirm Ihre Heimatwährung, brechen Sie ab und beginnen Sie neu.
  3. Nutzen Sie möglichst Automaten von Banken und lesen Sie die Gebührenanzeige, bevor Sie bestätigen.
  4. Heben Sie lieber seltener größere Beträge ab, wenn Ihr Anbieter die Zahl der Abhebungen zählt.
  5. Verlangt Ihr Anbieter am Wochenende einen Aufschlag, tauschen Sie das Geld vor Freitagabend in der App um.
  6. Bewahren Sie Belege auf und vergleichen Sie sie mit dem Betrag in Ihrer App; dort sehen Sie den verwendeten Kurs.

Mehr zu einzelnen Anbietern finden Sie in unseren Ratgebern Britische Neobanken im Vergleich und Neobanken im Euroraum: N26, bunq und Revolut.

Quellen

Preise und Funktionen geprüft am 2026-11-04.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Finanzberatung. Gebühren, Funktionen und Verfügbarkeit ändern sich. Prüfen Sie daher vor der Kontoeröffnung die Website des Anbieters. Lesen Sie, wie wir Anbieter vergleichen, und unseren Hinweis zu Partnerlinks.

In diesem Ratgeber erwähnte Anbieter

  • 3RevolutReisen & Fremdwährungen
  • 8N26Alltagskonto im Euroraum
  • 5MonzoBanking im Vereinigten Königreich
  • 7Starling BankReisen & Alltag (Vereinigtes Königreich)

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