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Ratgeber · Aktualisiert am 28. Oktober 2026 · 5 Min. Lesezeit

Ist Wise sicher? Absicherung der Kundengelder, Lizenzen und was nicht geschützt ist

Wise ist keine Bank, daher gilt keine Einlagensicherung. So schützt Wise Ihr Geld, so wird Wise beaufsichtigt und so unterscheiden sich Interest und Stocks.

Kurz gesagt: Wise ist im Vereinigten Königreich und im EWR ein beaufsichtigtes Zahlungs- und E-Geld-Institut, aber keine Bank. Das Geld auf Ihrem Wise-Konto ist deshalb nicht durch eine Einlagensicherung wie den britischen FSCS geschützt. Stattdessen muss Wise Kundengelder absichern („Safeguarding“): getrennt vom eigenen Vermögen halten und bei Banken sowie in risikoarmen Anlagen verwahren. Das ist ein echter Schutz, aber ein anderer – und es lohnt sich, ihn zu verstehen, bevor Sie dort größere Beträge liegen lassen.

Welche Wise-Gesellschaft Ihr Geld verwahrt

Wise ist eine Unternehmensgruppe. Mit welcher Gesellschaft Sie es zu tun haben, hängt von Ihrem Wohnsitz ab. Wise führt sie auf seiner Seite zur Regulierung auf.

WohnsitzWise-GesellschaftAufsichtArt der Lizenz
Vereinigtes KönigreichWise Payments Limited (FRN 900507)Financial Conduct Authority (FCA)E-Geld-Institut
EWR (EU, Norwegen, Island, Liechtenstein)Wise Europe SA (Unternehmensnr. 0713629988), BelgienBelgische NationalbankZahlungsinstitut mit EWR-Pass
Spanien (Niederlassung der Wise Europe SA)Wise Europe S.A., Sucursal en España (M882792)Registriert bei Banco de España und SEPBLACNiederlassung des belgischen Zahlungsinstituts
IsraelWise ILS Ltd.Israel Securities AuthorityZugelassen durch die ISA
Vereinigte Arabische EmirateWise Fintech Network L.L.CZentralbank der VAELizenzen für Stored Value Facility und Retail Payment Services

Anlageprodukte bieten eigene Gesellschaften an: Wise Assets Limited im Vereinigten Königreich (FCA, Registrierung 839689) und Wise Assets Europe AS im EWR, eine estnische Wertpapierfirma unter Aufsicht der Estonian Financial Supervision and Resolution Authority (Lizenz 4.1-1/174).

Absicherung oder Einlagensicherung?

Eine Bank verleiht einen Teil der Kundeneinlagen. Geht sie pleite, erstattet ein staatliches System wie der FSCS (Vereinigtes Königreich) oder eine nationale Einlagensicherung in der EU berechtigte Einlagen bis zu einer Höchstgrenze. Wise verleiht keine Kundengelder, und seine Zahlungs- und E-Geld-Dienste fallen nicht unter diese Systeme:

  • Vereinigtes Königreich: Laut Wise unterliegen die E-Geld- und Zahlungsdienste der Wise Payments Ltd nicht dem Financial Services Compensation Scheme (FSCS).
  • EWR: Laut Wise sind die Zahlungsdienste der Wise Europe SA nicht durch die belgische Einlagensicherung gedeckt.

Stattdessen verlangen die Safeguarding-Regeln, dass Wise Kundengelder getrennt von dem Geld hält, mit dem das Unternehmen arbeitet. Wird Wise zahlungsunfähig, soll dieses Geld an die Kunden zurückgehen und nicht an andere Gläubiger.

Wo Wise das Geld verwahrt

Vereinigtes Königreich (Wise Payments Ltd)EWR (Wise Europe SA)
Guthaben beiBarclays, Citibank, JPMorgan Chase, Deutsche Bank (London), Hamburg Commercial Bank, Bank of AmericaJPMorgan Chase
Weitere abgesicherte AnlagenSichere liquide Anlagen, vor allem Staatsanleihen mit Laufzeiten unter 3 Jahren, sowie eine vergleichbare GarantieGeldmarktfonds mit taggleicher Verfügbarkeit (BlackRock und State Street)
Eigene Grenzen von WiseDurchschnittliche Laufzeit der Anleihen derzeit rund 6 MonateWeniger als 5 % des Gesamtvermögens eines einzelnen Fonds

Die Grenzen der Absicherung

Safeguarding ist kein Versprechen schneller Rückzahlung. In seinem eigenen Ratgeber zum FSCS erklärt Wise, dass bei der Pleite eines E-Geld-Instituts ein Insolvenzverwalter die Kundengelder ermitteln und zurückzahlen muss – das kann Kosten oder Verzögerungen verursachen. Bei einer britischen Bank sind berechtigte Einlagen dagegen durch den FSCS geschützt, bis zu 120.000 £ pro Person und zugelassenem Institut (die Grenze stieg am 1. Dezember 2025 von 85.000 £).

Wise eignet sich daher für Geld, das Sie überweisen, umtauschen oder ausgeben. Wer für Ersparnisse eine gesetzliche Einlagensicherung möchte, ist mit einem Konto bei einer lizenzierten Bank besser bedient. Unser Ratgeber Ist mein Geld bei einer Neobank sicher? erklärt den Unterschied ausführlicher.

Interest und Stocks sind Geldanlagen

In manchen Ländern können Sie Geld bei Wise als Interest oder Stocks halten (zusammengefasst unter „Assets“). Das ist nicht Teil Ihres normalen Guthabens:

  • Bei Interest wird Ihr gesamtes Guthaben in einen Geldmarktfonds investiert, den Wise je nach Land und Währung auswählt. Auf der Hilfeseite von Wise heißt es, Ihr Geld sei einem Risiko ausgesetzt und Sie könnten weniger zurückbekommen, als Sie eingezahlt haben. Die Erträge können steigen und fallen.
  • In Irland zeigt Wise den Hinweis „Capital at risk, growth not guaranteed“ (Kapital im Risiko, keine garantierte Rendite) und nennt Renditen nach Abzug einer jährlichen Gebühr von 0,29 % für EUR und 0,31 % für USD.
  • Im EWR ist laut Wise jeder Assets-Kunde durch den estnischen Garantiefonds bis 20.000 € geschützt. Im Vereinigten Königreich haben Assets-Kunden laut Wise Anspruch auf FSCS-Schutz bis 85.000 £. Diese Systeme greifen, wenn die Wertpapierfirma ausfällt – nicht, wenn der Wert des Fonds sinkt.

Wenn Sie in der Wise-App einen Zinssatz sehen, prüfen Sie, ob Ihr Geld im normalen Guthaben oder in Interest liegt, bevor Sie größere Beträge verschieben.

Sicherheitsfunktionen

Im Alltag geht es bei der Sicherheit vor allem um Betrug und den Zugang zum Konto. Wise nennt:

  • Zwei-Faktor-Verifizierung, die Sie in den Kontoeinstellungen aktivieren können.
  • Identitätsprüfung beim Login und bei jeder Überweisung, per SMS, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.
  • Ein eigenes Betrugsbekämpfungsteam und ein Support-Team für Kunden, die hohe Beträge senden.

Wie bei jedem Anbieter gilt: Überweisen Sie nie Geld, weil jemand anruft oder schreibt und behauptet, von Wise zu sein. Kontaktieren Sie Wise selbst über die App oder die Website.

Aufsichtsrechtliche Vorgeschichte

Im Oktober 2024 verhängte die FCA gegen Wise-Chef Kristo Käärmann persönlich eine Geldbuße von 350.000 £, weil er die Aufsicht nicht über erhebliche private Steuerprobleme informiert hatte. Die Strafe richtete sich gegen ihn als Person, nicht gegen die Wise-Gesellschaften, und die Mitteilung der FCA betrifft seine eigene Kapitalertragsteuer, nicht Kundengelder. Trotzdem zeigt sie, dass sich ein Blick in das Register und die Meldungen der Aufsicht lohnt, nicht nur in die Werbung eines Anbieters.

So prüfen Sie Ihr eigenes Wise-Konto

  1. Finden Sie heraus, welche Wise-Gesellschaft Ihr Konto führt (das hängt von Ihrem Wohnsitzland ab; die Tabelle oben nennt die wichtigsten).
  2. Suchen Sie die Gesellschaft im Register der Aufsicht, zum Beispiel im FCA-Register unter FRN 900507.
  3. Denken Sie daran: Ihr normales Guthaben ist abgesichert, aber nicht durch eine Einlagensicherung gedeckt.
  4. Behandeln Sie Interest und Stocks als Geldanlagen, deren Wert fallen kann.

Fazit

Wise ist ein lizenzierter und beaufsichtigter Anbieter. Safeguarding bedeutet, dass Kundengelder getrennt gehalten und bei Banken und in risikoarmen Anlagen verwahrt werden. Der Kompromiss: Für Ihr Guthaben gibt es keine Einlagensicherung, und die Rückzahlung nach einer Pleite könnte dauern. Wise ist für internationale Überweisungen und Zahlungen in Fremdwährungen gemacht; für langfristiges Sparen lohnt sich der Vergleich mit einer Bank.

Gebühren und Funktionen finden Sie auf der Wise-Seite. Vergleichen Sie Anbieter in unserem Neobank-Vergleich oder lesen Sie Revolut oder Wise? und Ist Revolut sicher?.

Quellen

Preise und Funktionen geprüft am 2026-10-28.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Finanzberatung. Gebühren, Funktionen und Verfügbarkeit ändern sich. Prüfen Sie daher vor der Kontoeröffnung die Website des Anbieters. Lesen Sie, wie wir Anbieter vergleichen, und unseren Hinweis zu Partnerlinks.

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